Kaarster Stadtgeschichte auf den Weg gebracht

Wir lassen uns gerne in die Karten schauen!

Wir lassen uns gerne in die Karten schauen!

Die Büttgener Bahnstraße in den 1970er-Jahren. Bis Ende der 1950er-Jahre befanden sich hier die Stallungen des Pampushofes. Weiterlesen …

Die Büttgener Bahnstraße in den 1970er-Jahren. Bis Ende der 1950er-Jahre befanden sich hier die Stallungen des Pampushofes.

Wir trauern um Peter Brinkmann

Peter Brinkmann

An Karsamstag 2016 verstarb überraschend der ehemalige langjährige Leiter des Stadtarchivs der Stadt Kaarst und Leiter des Arbeitskreises Stadtgeschichte – Projektgruppe „Geschichte in Straßen”, Peter Brinkmann.

Er hinterließ seine Spuren im Stadtarchiv und arbeitete unermüdlich weiter an stadtgeschichtlichen Themen. Er motivierte seit 2004 ein großes Team von ehrenamtlichen geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürgern, die bei ihren regelmäßigen Treffen im Stadtarchiv Quellenforschung betreiben. So entstanden unter seiner Federführung die für die Stadt Kaarst wichtigen Bildbände „Geschichte in Bildern” Band 1 – 3.
Aber auch in weiteren Arbeitskreisen band er die Bürgerinnen und Bürger in die Archivarbeit ein, damit die Schätze in den Dokumenten des Stadtarchivs und in den Erinnerungen von Zeitzeugen behutsam geborgen werden konnten.
Er lebte vor, dass ein Stadtarchiv nichts Verstaubtes innehat, sondern dass es ein Sammelort für vergangenes, aber auch aktuelles Leben ist.
Peter Brinkmann lebte Kaarster Stadtgeschichte. Auch weit nach Dienstschluss ging für ihn die Arbeit an den verschiedenen Projekten in ungezählten Stunden weiter.
Das aktuelle Projekt, das Webportal kaarst.geschichte-in-strassen.de, war Peter Brinkmanns Herzensangelegenheit.
Seit 2015 entsteht hier für alle Bürgerinnen und Bürger ein Informationsportal über die Geschichte und Herkunft der Kaarster Straßen. Dieses soll in den nächsten Jahren aktualisiert und weiter ergänzt werden.
Wir bemühen uns, die Arbeit von Peter Brinkmann in seinem Namen und nach seinen Vorstellungen fortzuführen.
Wir verlieren den Impulsgeber, Motivator und Leiter des Arbeitskreises Stadtgeschichte – aber vor allem verlieren wir einen lieben Menschen und Freund, den wir sehr vermissen.

In tiefer Trauer
Arbeitskreis Stadtgeschichte – Projektgruppe „Geschichte in Straßen”

Die Geschichte, die Geographie, Persönlichkeiten einer Stadt lassen sich täglich ablesen an ihren Straßennamen

Die Kaarster Straßennamen führen uns auf Schritt und Tritt durch die Geschichte unserer Stadt. Straßennamen sind, wie der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Büttgen, Eduard Klüber, meint: „Urkunden besonderer Art, denen bei der Erforschung der geschichtlichen Vergangenheit unserer Heimat eine beachtenswerte Bedeutung zufällt“. (Klüber: Flurnamen und ihre Bedeutung, S. 5) 

So bleiben z.B. durch Bebauung fortgefallene historische Flur- und Gewannbezeichnungen (Ackerstreifen) erhalten (Huppelpesch), wir werden an alte Bauernhöfe (Pampushof) erinnert, die Ortsnamen der alten Kaarster Bruchransiedlungen (Hinterfeld, Broicherseite) und der durch Rodung entstandenen Büttgener Ortsteile (Rottes) bleiben erhalten, die Erinnerung an verstorbene Persönlichkeiten (Hermanni, Keller, Haas, Grootens, Bergerfurth, Dr. Grüter, Klüber, Möllmann) wird wach gehalten und die Verdienste von Persönlichkeiten aus Geschichte und Wissenschaft werden gewürdigt (Adenauer, Max Planck).

Wenn wir uns mit Straßennamen befassen, erfahren wir etwas über unsere Partnerstadt (La Madeleine), über unsere frühere Partnergemeinde (Lichtenvoorde) und über die Stadt, mit der wir eine Städtefreundschaft (Perleberg, Prignitz) unterhalten.

Jan von Werth begegnet uns an mehreren Stellen im Stadtgebiet (Benatek, Vynhoven, Raitz von Frentz), Kirchengeschichte wird lebendig (Pfarrpatrone Martinus, Aldegundis), wir werden an alte Berufe erinnert (Flachsbleiche / Weber); Ringofen / Ziegelbäcker), ...

Fragen nach der Bedeutung der Straßennamen, nach dem Anlass oder dem Grund der Benennung sowie nach dem Zeitpunkt der Benennung werden häufig an Stadtarchive gerichtet.

Befassen wir uns zurzeit mit den aktuellen Namen, so ist es natürlich genauso wichtig, sich mit den durch Umbenennungen untergegangenen Straßennamen auseinander zu setzen, die zum Teil mit einer deutlich erkennbaren Problematik behaftet sind (Straßenbezeichnungen aus der NS-Zeit)

Im heutigen Stadtgebiet von Kaarst gibt es 529 Straßen, Wege und Plätze. (23.11.2015)

Zum Zeitpunkt der kommunalen Neugliederung (01.01.1975) 423 <ehemalige Gemeinde Kaarst 193 / ehemalige Gemeinde Büttgen 230>.

1856 gab es in Kaarst 40 Wege, davon waren 3 ausgebaut, und in Büttgen 47 Wege, von denen 4 ausgebaut waren. Alle anderen Wege waren unbefestigt. (Kirchhoff: Geschichte der Stadt Kaarst, S. 329 f.)

Ihre Kaarster Wegeforscher

 

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